Vom 19.06. - 23.06. ging es in Putzbrunn nicht um eine Kuh, aber es herrschte dennoch ein tierisch buntes Treiben: Die diesjährige Projektwoche stand ganz im Zeichen der Kunst, des Lesens und der Musik - kurz: KuLeMu.
Die Woche begann gleich mal informativ mit dem Bereich Lesen: Der Autor Wolfgang Lambrecht besuchte die Grundschule Putzbrunn und las aus seiner Reihe um Herrn Bombelmann und seinen abenteurlichen Geschichten vor. Dabei vermittelte er den Kindern einen guten Einblick in den langen kreativen Prozess – von der ersten Idee über das Schreiben und Illustrieren bis hin zum Austausch mit Verlagen und dem fertigen Buch im Laden. Mit Witz & Charme machte Wolfgang Lambrecht die Kinder neugierig auf das nächste Abenteuer von Herrn Bombelmann und hätte wohl problemlos den ganzen Vormittag über aus seinen Büchern vorlesen können. Perfektes Edutainment und ein idealer Start in die Projektwoche.
Den Rest der Woche verbrachten die Kindern in Kleingruppen - dabei wurden die üblichen Klassengrenzen aufgebrochen und die Schüler konnten sich frei nach ihrem Interesse bei verschiedensten Projekten anmelden. Welche Lehrkraft welches Projekt anbietet, wurde bewusst geheim gehalten, damit nicht die Lehrkraft, sondern das Thema selbst die Wahl entscheidet. Manche Gruppen arbeiteten Tage an ihren Kunstwerken, andere nur einen Tag, sodass die Kinder noch zwei weitere Workshops besuchen konnten.
Und diese Workshops waren so zahlreich wie vielfältig: Die Kinder lernten unterschiedlichste Künstler kennen und lasen Infotexte über Niki de Saint Phalle, James Rizzi oder Antoni Gaudi. Die Kinder erprobten diverse Techniken wie Weben, Nähen, Dotpainting,Upcycling oder Origami. Selbst externe Kunstschaffende kamen an die Schule, um mit Gruppen auf Leinwänden zu malen und das Schulhaus zu verschönern.
Lediglich die Musik kam wohl etwas zu kurz in dieser Woche. Allerdings wurde der schöpferische Prozess aller Maler, Bildhauer und Bastler sicherlich von Musik untermalt, was die Konzentration gefördert und die entstandenen Meisterwerke nur noch wertvoller gemacht hat. Und diese Schöpfungen durfte man der Welt natürlich nicht vorenthalten, weshalb sie am Ende der Woche in einer großen Vernissage im Schulhaus und Bürgerhaus zur Schau gestellt wurden.
Und die Besucher staunten nicht schlecht, als sie sahen, was die Schüler der Grundschule Putzbrunn in dieser kurzen Zeit kreieren konnten. Kleine Architekten bauten aus Gips Häuser wie Gaudi in Barcelona. Müll erwacht in Robotern und Fantasietieren zu neuem Leben. Ein kleines genähtes Ich-Bin-Ich lässt alle Herzen höher schlagen. Die Kunst der Aborigines, Igel aus Büchern und Figuren aus Pappmaché faszinierten Groß und Klein. Die Liste liest sich wie Ausstellungsstücke im Louvre - die Vernissage ist ein riesiger Erfolg.
Den krönenden Abschluss des Tages sollte eine Auktion bilden, bei der insgesamt vier entstandene Kunstwerke versteigert wurden. Frau Riegler und Herr Stemp warfen sich Schale und übernahmen die Rolle der Auktionatoren. Der Erlös sollte der Schule zugute kommen. Zur Überraschung einiger Lehrkräfte war damit kein Whirpool fürs Lehrerzimmer gemeint, aber Sitzkissen für die Aula sind dann wohl auch okay.
Die Beteiligung war überraschend hoch, sodass Auktionator und geldeinsammelnde Schüler ordentlich ins Schwitzen kamen. Es gewann nämlich nicht der Höchstbietende, sondern das letzte Gebot und jedes vorherige Gebot wurde als Spende für die Schule angesehen. Dies motivierte viele Eltern und es entbrannten wahre Bieterkriege. Am Ende gab es vier glückliche Gewinner, einige enttäuschte Gesichter und einen tosenden Saal voller guter Stimmung.
Damit endete die Projektwoche als voller Erfolg und jeder hat zwei Dinge gelernt: Auktionen sind anstrengend und ohne Kunst wäre das Leben nur halb so schön.